Geschichte

Vor 1800

Aus der Zeit vor dem Übergang des alten Bern (1798) sind in den Archiven leider keine Aufzeichnungen oder Urkunden erhalten geblieben, die darauf hingewiesen hätten, dass die 12 Höfe des damaligen Ostermundigen eine Feuerwehr unterhalten hätten. Es steht jedoch ausser Frage, dass dieses wichtige Glied in der Organisation der Waldkorporation schon bestanden hat, als überhaupt noch kein Dorfkern da war. Denn mit Feuersgefahr musste jeder Hausbesitzer immer rechnen und der grosse Brand von Bern (15 Jhd.) wirkte sicher mahnend auf alle benachbarten Bezirke. Wenn vielleicht von Anfang an nicht mit Feuerspritze und Schlauchmaterial aufgefahren werden konnte, so stand doch ganz zweifellos irgendwo ein Vorrat von Löschgerätschaften, Haken, Beilen und Eimern bereit, der im Falle der Not von den dazu bestimmten Feuerwachen gebraucht werden konnte.

1822: Erstellung von Wassersammlern

Am 22. Mai 1822 beschloss die Waldgemeinde, im Ober- und Unterdorf bei den beiden Brücken je einen Wassersammler für den Fall einer Feuersbrunst zu erstellen. Das Wasser für die Löscheinsätze im Dorf lieferte der Lötschenbach. Wäre man nicht schon im Besitze einer eigenen Feuerspritze gewesen, so hätte man es sich wohl überlegt, dem Viertel Bolligen für den Ankauf einer solchen einen Betrag zu verweigern. Das war im Jahr 1829. Die Ostermundiger Bauern besannen sich aber doch noch eines Bessern und leisteten aus der Holzkasse einen Zuschuss, und zwar freiwillig und ohne Rechtspflicht, denn die Viertelsgemeinden unterstützten sich gewöhnlich nicht bei ihren gegenseitigen Aufgaben, es sei denn im Strassenbau, wo bindende Verkommnisse existierten.

1840: Erste Feuerspritze

Am 4. März 1840 berief der Dorfmeister erstmals die Hausväter zusammen, um mit ihnen den Ankauf einer neuen Feuerspritze zu besprechen; bei diesem Anlass drängten die Güterbesitzer energisch darauf, dass sich am Kauf die ganze Dorfschaft beteilige. Nötigenfalls werde gegen die Weigerer rechtlich vorgegangen. Der Beschluss kam am 1. Juni 1840 zustande und wenn kein Irrtum vorliegt, wurde diese Spritze aus dem benachbarten Worblaufen bezogen. Sie hatte ein arbeitsreiches Dasein und rückte fast regelmässig aus, sobald eine Brunst in einer Nachbargemeinde gemeldet wurde. Es sind Berichte zu finden über Hilfeleistungen in Münsingen, Gross-Wahlern, Lützelflüh, Hettiswil, Krauchthal und selbst noch weiter im Land herum, wie in Seeberg und Heimberg. Am zuletzt genannten Ort traf unsere Spritze allerdings nicht mehr ein, sei es, dass sie Gegenweisung erhalten oder sich verspätet hatte. Bei Allmendingen, wo eine altbekannte Wirtschaft stand, konnten unsere Mannen wieder heimgerufen werden.

An den Hausväterversammlungen bildete die Feuerwehr stets ein wichtiges Traktandum; man gewinnt oft den Eindruck, als wären Gemeinden nur der Feuerwehr wegen aufgeboten worden. Eine besonders harte Nuss war das Spritzenhäuschen, das sich an das Ofenhaus der Besitzung Siegenthaler anlehnte. Man hatte es dahin gestellt, ohne lange zu fragen, wem das beanspruchte Land gehöre. Darum erbat sich der Besitzer nachträglich einen Revers, mit dem ihm das Eigentum an Grund und Boden gewährleistet werden musste.

1850: Erstes Feuerwehrreglement

Obwohl die Güterbesitzer für den Ankauf der Feuerwehrgerätschaften die ausdrückliche Einwilligung der Hausväter von Ostermundigen verlangten, schossen sie dennoch die Kosten jeweilen aus der Holzkasse vor. Erst im November 1849 verlangten sie, dass eine Telle auf sämtliche Liegenschaften in der Ortschaft gelegt werde. Am 26. Januar 1850 stimmte daraufhin die Dorfgemeinde grundsätzlich zu, dass "alle Liegenschafts- und Grundbesitzer an die Kosten der Löschanstalt nach der Grundsteuerschatzung gleich den übrigen Gemeinde- und Armentellen von nun an beitragen helfen sollen". Ein halbes Jahr später kam ein Feuerwehrreglement heraus, wohl das erste unserer Ortschaft.

Aus einer Notiz im Holzgemeinde-Protokoll kann geschlossen werden, dass in späteren Jahren eine Verständigung zwischen einer Reihe von Dörfern über die gegenseitige Unterstützung bei der Anschaffung von Feuerwehr- und Löschgerätschaften bestand, denn im Falle eines Gesuches von Münchringen heisst es in den Akten "die Ortschaft sei aus der Verbrüderung ausgetreten und man wolle sich das noch überlegen".

Aus zahlreichen Hilfeleistungen lernten unsere Feuerwehrmannen ihren Dienst immer besser. Man erkannte auch seine Mängel und beschloss an einer Viertels- und Wegbezirksbemeinde, die Pflichten der Pompiers, Feuerläufer und Wachtmannschaften neu zu ordnen. Es scheint, dass unsere Leute für diese Verrichtungen ein besonderes Talent an den Tag legten, denn bei einem Brand auf dem Breitenrain in Bern am 8. Juli 1852 hinterliessen sie einen derart guten Eindruck, dass ihnen die Geschädigten 16 Franken alter Währung als Prämie für die erste brauchbare Spritze vom Land überwiesen.

1865: Neues Feuerwehrhäuschen

1855 baute der Viertel einen grösseren Feuerweiher bei der Brücke im Unterdorf und stellte 1865 ganz in dessen Nähe ein Feuerwehrhäuschen mit Ziegeldach auf. Rund 60 Jahre später musste dieses der Verkehrsentwicklung auf dem Platz bei der Abzweigung des Wegmühlegässli weichen. Für die Erstellung des Spritzenhäuschens auferlegte man den Liegenschaften eine Telle von 90 Rappen für 1'000 Franken Schatzungswert. Soviel aus den Akten hervorgeht, schaffte die Gemeinde später noch eine zweite Feuerspritze an.

1927: Neues Feuerwehrhäuschen

An der Mitteldorfstrasse 8 wurde 1927 ein neues, zentraler gelegenes Feuerwehrhäuschen bezogen. Dieses Häuschen diente während 50 Jahren für die Unterbringung der Feuerwehrgeräte und ab 1967 auch der Fahrzeuge. Heute wird das Gebäude von einer Musikgesellschaft als Übungslokal genutzt.

1942: Erste Motorspritze

Während des Weltkrieges, d.h. 1942, erwarb die Viertelsgemeinde eine Motorspritze der Firma Schenk aus Worblaufen, mit der auch Pumparbeiten ausgeführt werden konnten. Die letzte Handdruckspritze ist in den fünfziger Jahren dieses Jahrhunderts verkauft worden.

1967: Erstes Feuerwehrfahrzeug

Im Jahre 1967 wurde die Motorisierung mit dem Kauf des Pikettfahrzeuges eingeleitet. Dieses erste feuerwehreigene Fahrzeug musste 1995 aus dem Verkehr gezogen werden. Das erste Tanklöschfahrzeug wurde 1975 und die Autodrehleiter 1981 beschafft. Das Tanklöschfahrzeug wurde im Herbst 1994 durch ein neues, moderneres und kräftigeres Fahrezeug ersetzt. Ebenfalls 1967 wurde zur Einweihung des neuen Pikettfahrzeuges eine Feuerwehrmusik gegründet. Diese Formation gibt es heute immer noch und spielt jeweils anlässlich der Hauptübung und des Feuerwehr-Unterhaltungsabends auf.

1977: Neues Feuerwehrmagazin

Auch die Ausrüstung der Wehrdienste ist laufend verbessert worden. An Anschaffungen sind zu erwähnen: Funkgeräte, Atemschutzgeräte, 250 kg-Löschstaub-Anhänger, Hitzeschutzanzüge, Sprungretter, Hebekissen usw. Überdies ist der Pikettdienst über die Wochenenden und an Feiertagen ausgebaut worden. Besonders mit dem Bezug des Wehrdienstmagazins an der Forelstrasse im Jahre am 24. Oktober 1977 haben sich die Verhältnisse gewaltig verbessert. Bis zu diesem Zeitpunkt musste das Feuerwehrmaterial in verschiedenen Depots gelagert werden. Ab 1977 ist sämtliches Material zentral im Feuerwehrmagazin einsatzbereit eingelagert.

1978: Stützpunkt-Feuerwehr

Im Rahmen der neuen kantonalen Verordnung und dank ihrer guten Ausrüstung wird die Feuerwehr Ostermundigen ab 1978 als Stützpunkt-Feuerwehr zur Hilfe an Nachbargemeinden verpflichtet. Per 1.1.97 wurden die Stützpunkte im Kanton Bern neu geregelt. Nun ist die Feuerwehr Ostermundigen Stützpunkt für die Gemeinden Bern, Bolligen und Stettlen. Die Gemeinden Ittigen, Köniz, Muri und Vechigen können die Feuerwehr Ostermundigen als Ersatz-Stützpunkt anfordern.

Mit der Feuerwehr Stettlen wurde per 1.1.2000 ein Zusammenarbeitsvertrag erstellt, wonach Stettlen unser Tanklöschfahrzeug mit Mannschaft bei Bedarf aufbieten kann. Dadurch muss die Feuerwehr Stettlen kein eigenes Tanklöschfahrzeug beschaffen. Im Bereich Atemschutz finden gemeinsame Übungen statt.

Nebst dem Anschluss an die regionale Alarmanlage (Telefon 118 seit 1981) ist der Pikettdienst durch die sieben Familien zu erwähnen, die im Wehrdienstmagazin wohnen. Heute sind sämtliche Feuerwehrangehörigen mittels Telefonalarm zu Hause erreichbar. Die Angehörigen des Piketts verfügen zudem über einen persönlichen Rufempfänger. Falls diese Alarmierungsmittel nicht funktionieren sollten, kann die Feuerwehrsirene neben dem Feuerwehrmagazin eingesetzt werden.

Ebenfalls war die Organisation der Feuerwehr einem stetigen Wandel unterzogen. Einst und jetzt - die Zeiten haben sich gewandelt, doch der Kampf gegen das Element Feuer ist geblieben, und es sind neue Gefahren dazu gekommen. Die Wehrdienste werden sich den neuen Verhältnissen mit modernen Rettungsgeräten anpassen müssen. Was sich nie verändert, ist die Kameradschaft unter den Feuerwehrleuten.

Nachdem der Begriff "Wehrdienste" sich in den vergangenen rund 20 Jahren nie richtig einbürgern konnte, hat der Kanton Bern wieder den Begriff "Feuerwehr" eingeführt. Mit Inkrafttreten des neuen Reglements heissen die Wehrdienste Ostermundigen seit dem 1. Januar 2004 offiziell auch wieder Feuerwehr Ostermundigen.

Bisherige Kommandanten

vorher leider unbekannt
.......-1936 Hans Blank
1937-1952 Ulrich Gerber
1953-1962 Werner Künti
1963-1977 Werner Weber
1978-1983 Kurt Kästli
1984-1990 Arnold Hählen
1991-2000 Ulrich Wälti
2001-2006 Beat Friedrich
2007-2008 Bernhard Ammann
2009-....... Rolf Weber